Die Luftaufnahme vom 19.04.2018 zeigt das Neubaugebiet Mark'scher Bogen in Bochum. +++ Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum

Wohnen

In meinem Wahlkreis sind derzeit einige Neubauprojekte geplant. Manche davon sind umstritten, andere sind sehr umstritten. Unmittelbare Anwohnerinnen und Anwohner fürchten, dass ihre Nachbarschaft verbaut wird. Andere kritisieren, dass mit Neubauten Flächen versiegelt werden, die zur Versickerung, als Freiluftschneise oder für die Artenvielfalt benötigt werden. Gerade die Themen Versickerung und Hochwasserschutz sind am Ufer der Ruhr (aber nicht nur dort) wichtige Anliegen.

Gleichzeitig sind viele Menschen auf der Suche nach einem neuen Zuhause und hoffen es zwischen Ruhr-Uni und Eisenbahnmuseum, zwischen dem Ehrenfeld und der Ruhr zu finden. Doch egal ob größere Wohnungen oder gar kleine Häuser für junge Familien, Apartments für Studis oder Azubis oder barrierefreie Wohnungen für Seniorinnen und Senioren: Das Angebot ist nicht groß. Entsprechend sind die Kosten für Wohnraum in den letzten Jahren stark gestiegen. So sind die durchschnittlichen Angebotsmieten bei uns in den vergangenen fünf Jahren um fast ein Viertel gewachsen.  Freistehende Einfamilienhäuser sind in den vergangenen Jahren um fast 40 Prozent teurer geworden. Auch wenn der Anstieg anderswo noch stärker sein mag, ist er für viele Bochumerinnen und Bochumer ein Problem.

Diesen Konflikt aufzulösen und Menschen ein Zuhause in unserer Stadt zu ermöglichen, ist eine der wichtigsten politischen Aufgaben der kommenden Jahre – erst recht, wenn in den nächsten Monaten und Jahren Menschen aus der Ukraine bei uns Schutz und eine neue Heimat finden sollen. Ich habe dazu folgende Vorschläge:

Wohnen muss für alle bezahlbar bleiben

Die steigenden Mieten und Häuserpreise können nur mit einem größeren Angebot gebremst werden. Dazu soll eine Landeswohnungsbaugesellschaft gegründet werden, die die Kommunen beim Bau neuer Wohnungen unterstützt. Neue Fördermittel sollen insbesondere den Bau von sozialem Wohnraum fördern und Hauskäufer bei der kommunalen Grunderwerbssteuer entlasten. Durch mehr Investitionen in die Sanierung von Wohnungsbeständen, kann Wohnraum langfristig erhalten und die CO2-Emissionen im Gebäudebestand schneller gesenkt werden.

Neubau klimaverträglich gestalten

Neue Wohnungen müssen klimaverträglich sein. Am besten mit Solaranlagen auf jedes Dach und innovativen Wärmekonzepten wie Geothermie oder der Nutzung von Abwasserwärme Ich möchte, dass wir das stärker fördern. Innovative Konzepte wie die Nutzung von Wasserstoff zur Wärmeerzeugung wie bei Vonovia in Weitmar oder die Modulbauweise im 7 Stones Quartier an der Universitätsstraße müssen häufiger zum Einsatz kommen.

Nordrhein-Westfalen verfügt mit der „Innovation City Bottrop“ über ein einzigartiges Modellprojekt mit internationaler Strahlkraft, bei dem durch sozialverträglich gestalteten Sanierungen im Gebäudebestand rund die Hälfte der CO2-Emissionen eingespart werden konnten. Die NRWSPD möchte diesen Ansatz in 1.000 weiteren Quartieren in NRW umsetzen, um die Klimaziele im Gebäudebestand zu erfüllen.

Schutz vor Starkregen verbessern und Hochwasserschutz erhöhen

Dort, wo Wohnbebauung vertretbar ist, muss sie künftig so geplant werden, dass die Folgen des Klimawandels berücksichtigt werden. Längere Trocken- und Hitzephasen im Sommer und häufigere Starkregen machen eine neue Form der Stadtplanung notwendig, bei der die Regenwassernutzung künftig eine größere Rolle spielt. Das entlastet die Kanalisation und kühlt unsere Viertel. Dazu werden wir Gründächer, Fassadenbegrünungen und Flächenentsiegelungen fördern und die Quartiere nach dem Prinzip der Schwammstadt umbauen.

Dies gibt es heute schon beispielsweise bei der neuen Wasserstraße, wo sogenannte Baumrigolen Wasser speichern und für die Bewässerung der Bäume einsetzen oder im neuen Wohngebiet Ostpark in Altenbochum, bei denen offene Wasserläufe den Niederschlag aufnehmen können.

Den Hochwasserschutz an der Ruhr werden wir erhöhen durch mehr Geld für die Renaturierung von Flussufern und Auen sowie die Schaffung von mehr gesicherten Überflutungsbereichen an Gewässern.